Aue-Wiese in Heeßen

Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Seit November 2018 betreut der NABU Eilsen eine in Heeßen direkt an der Aue gelegene Wiese neben der Zufahrt zum Kompostierungsplatz. Sie soll langfristig ökologisch weiterentwickelt werden und eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten beherbergen.

 

November 2018

Wir mähen die Wiese mit dem Balkenmäher und entfernen an einigen Stellen die Grasnarbe. Wegen der warmen Witterung säen wir - obwohl es schon spät im Jahr ist - selbst gesammeltes Saatgut von einheimischen Wiesenblumen aus. Färberkamille, Rote Lichtnelke, Wegwarte, Schmalblättriges Weidenröschen, Wiesen-Flockenblume, Wilder Pastinak, Wiesenlabkraut, Echte Kamille, Wiesenmargerite und die Große Klette sollen Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen bieten. Die Wiese wird künftig nur ein- bis zweimal jährlich gemäht, damit sich die Pflanzen selbst weiter aussäen können.Außerdem wird nicht die ganze Wiese auf einmal gemäht, sondern jeweils nur Teilbereiche um den dort lebenden Tieren weiterhin eine Rückzugsmöglichkeit zu erhalten.

 In den Sträuchern am Rand der Wiese entdecken wir rostigen Stacheldraht, den wir sofort entfernen.

 Außerdem legen wir zwei Totholzhaufen an. Darin finden Igel, Blindschleichen und Erdkröten einen Unterschlupf. An einer sonnigen Stelle schichten wir Kalksteine und Sand zu einem Haufen auf. Blindschleichen können sich hier aufwärmen und einige Wildbienenarten finden hier eine Nistmöglichkeit.

 

Februar 2019

 Am Rand der Aue-Wiese wachsen schon Wildrosen, Schlehen und Weißdorn. Diese dornigen Sträucher bieten mit ihren Früchten Singvögeln Nahrung und sichere Nistplätze. Wir pflanzen einen Haselstrauch dazu. Mit den Nüssen machen wir sicherlich den Eichhörnchen eine Freude, die oft durch die Bäume am Rand der Wiese turnen. Außerdem pflanzen wir Holunder, eine Eberesche (Vogelbeere), eine Hauszwetschge und den Apfelbaum "Kaiser Wilhelm" auf die Wiese. Im Frühjahr spenden die blühenden Obstbäume den bestäubenden Insekten Nektar und Pollen und im Herbst bieten ihre Früchte - am Baum hängend und als Fallobst - Insekten, Vögeln und Säugetieren Nahrung. 

  In den alten Pappeln hängen wir Nistkästen für Blau- und Kohlmeisen auf sowie mehrere Fledermauskästen, die von den Tieren im Sommer aufgesucht werden können, um den Tag darin zu verschlafen. Sie klettern von unten in die Kästen und hängen sich kopfüber hinein. Die winzigen Zwergfledermäuse sehen wir oft in der Dämmerung umherflattern.

 

März 2019

Häufige Wiesenpflanzen wie verschiedene Gräser, Spitzwegerich, Sauerampfer, Disteln, Johanniskraut und Wiesen-Storchschnabel gedeihen bereits auf der Wiese.Nun pflanzen wir die Wildstauden Teufelsabbiss und Hauhechel dazu gepflanzt. Wir beobachten gespannt, welche Pflanzen sich auf der Aue-Wiese dauerhaft ansiedeln.

 

April 2019

Wir hängen weitere Vogelnistkästen auf, dieses Mal für Nischenbrüter wie z.B. den Hausrotschwanz, die Bachstelze oder den Zaunkönig. Sie bevorzugen einen Nistkasten, dessen Frontseite zur Hälfte offen ist. Für Stare hängen wir einen weitgehend geschlossenen Nistkasten auf. 

 

August 2019

Einen Teil der Wiese mähen wir, damit die Wildblumen sich besser gegen das Gras behaupten können. Außerdem säen wir weitere Wiesenblumen ein. Das wollten wir eigentlich schon vor einigen Wochen machen, aber die Trockenheit ließ das nicht zu. Nun hoffen wir auf Regen.

 

September 2019

Ein großes Insektenhotel, das wir selbst gebaut haben, errichten wir auf der Wiese. Wir sind gespannt, wie viele Wildbienen im kommenden Frühjahr ihre Kinderstube darin einrichten.

 

Januar 2020

Zwei große Pappeln in Straßennähe mussten kürzlich gefällt werden. Die Großgeräte haben dabei Spuren in der Grasnarbe hinterlassen, in die wir im März Blühpflanzen einsäen wollen. Ein Pappelstamm ist als Insektenhotel auf der Wiese aufgestellt worden und wird mit Löchern versehen. Einen neuen Totholzhaufen legen wir am Rand der Wiese als Unterschlupf für verschiedene Tiere an. Außerdem reinigen wir die Nistkästen. Der Nischenbrüterkasten und der Starenkasten sind 2019 nicht bebrütet worden. Letzterer diente aber zumindest einigen Vögeln als Schlafplatz. In den vier Meisenkästen wurden aber erfreulicherweise erfolgreich Jungvögel aufgezogen, wie die dicken Matratzen aus Halmen und Moos verraten. In den Sträuchern am Rand der Wiese sind einige Vogelnester zu entdecken.

 

März 2020

Den Bereich der Wiese, der im August nicht gemäht wurde, mähen wir jetzt mit dem Balkenmäher. In den langen Halmen konnten Insektenlarven überwintern. An einigen Stellen blühen bereits Purpurrote Taubnesseln, die von Hummeln angesteuert werden. Diese Stellen werden bei der Mahd ausgespart. Einige Wiesenblumen, die wir im letzten Jahr ausgesät haben, konnten auf der Wiese Fuß fassen: Flockenblumen, Pastinaken, Hirtentäschel und die Große Klette. Wir sind gespannt, welche Pflanzen in den nächsten Wochen noch auftauchen. In den Reifenspuren säen wir Kümmel, Fenchel, Mariendistel, Wegwarte, Kornblume und Lein.

 

Juli 2020

Die Aue-Wiese steckt voller Leben. Es summt und brummt. Wir entdecken Färberkamille, Flockenblumen, Baldrian, Malven, Nachtkerzen, Wiesen-Pippau, Johanniskraut, Echte Kamille, Hornklee, Sumpf-Ziest, Schafgarbe, Rotklee, Rote Lichtnelken und Klatschmohn. Im Insekten-Hotel haben bereits Wildbienen ihre Kinderstuben eingerichtet. An dem noch sehr jungen Apfelbaum "Kaiser Wilhelm", den wir vor eineinhalb Jahren gepflanzt haben, hängt der erste Apfel und auch die Hauszwetschge trägt erstmals Früchte. Einen Teil der Wiese, auf dem zurzeit mehr Gräser als Wildblumen wachsen, mähren wir. Wir freuen uns, dass Hummeln und Honigbienen an den Blüten der Disteln Nahrung finden, entfernen aber nach der Blüte einen Großteil der reifen Samenstände, damit die Disteln nicht die anderen Pflanzen verdrängen.